Nahverkehrsplan 2025+ weist über 2030 hinaus

Der Nahverkehrsplan 2025+ der Stadt Frankfurt am Main definiert, wie sich der städtische Nahverkehr bis zum Jahr 2025 entwickeln soll, zeigt aber Perspektiven bis ins Jahr 2030 und darüber hinaus auf. traffiQ als zuständiger Aufgabenträger der Stadt Frankfurt am Main hat einen neuen Nahverkehrsplan erarbeitet. Der letzte Nahverkehrsplan (2005) ist inzwischen „in die Jahre gekommen“ und die Stadt-, Bevölkerungs- und Verkehrsentwicklung sind seitdem weiter vorangeschritten.

Der Nahverkehrsplan 2025+ definiert Standards für die Entwicklung des Liniennetzes, der Kapazitäten und der benötigten Infrastruktur vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt und unseres Anspruchs, Mobilität umweltgerecht zu organisieren. Ein nachhaltiger und qualitativer Ausbau des Angebots bei U-Bahn, Straßenbahn und Bus wird flankiert durch kundenorientierte Maßnahmen wie Beschleunigung und Barrierefreiheit. Auch wenn im NVP zum Teil detaillierte Standards enthalten sind, wie beispielsweise bei der Barrierefreiheit, ist der NVP trotzdem immer nur als Rahmenplan zu verstehen.

Der Aufsichtsrat von traffiQ hat dem Entwurf am 29. Juni und der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main am 23. Oktober 2020 zugestimmt. Als letzter Schritt zur Aufstellung des Nahverkehrsplans steht die Beschlussfassung der städtischen Gremien an.

Der Entwurf des NVP und der dazugehörige Anlagenband können am Ende dieser Seiter heruntergeladen werden.

Was ein NVP ist und welche Maßnahmen er enthält, ist zudem in diesen Kurzfilmen erklärt:

Wie oft fährt der Metrobus? Wie weit ist es bis zur nächsten U-Bahn-Station?

Der umfangreiche NVP gliedert sich in insgesamt acht Kapitel. Die ersten beiden Kapitel definieren die Rahmenbedingungen, Ziele und Planungsabsichten. Konkreter wird der NVP 2025+ dann bei der Definition von Produkten und Standards. Die neuen Busprodukte Metrobus und Expressbus werden beschrieben sowie S-Bahn, U-Bahn und Straßenbahn in Haupt- und Nebenachsen kategorisiert. Auf dieser Basis definiert der NVP 2025+ das Taktangebot und die Erschließungsqualität, also wie oft Bahnen und Busse fahren und wie weit die Wege zu Stationen und Haltestellen maximal sein dürfen.

Besondere Bedeutung: Der Flughafen

Der Flughafen stellt den mit Abstand größten singulären Verkehrserzeuger der Stadt Frankfurt und der Region dar. Ihm ist daher ein eigenes Kapitel gewidmet. Es stellt die Ausgangssituation mit rund 88 Millionen Personenfahrten im Jahr (2017) dar und beschreibt die geplanten Maßnahmen zur Nahverkehrserschließung des Flughafens und der Airport City.

Konkrete Maßnahmen: Beschleunigung bis Straßenbahnnetz

Vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt formuliert der NVP 2025+ konkrete Maßnahmen zur Vermeidung von Überlastungen im städtischen Nahverkehr. Dazu gehören grundsätzlich längere Züge auf der U-Bahn, der vermehrte Einsatz von Gelenkbussen und Taktverdichtungen. Sechs konkrete Maßnahmenbündel sind formuliert:

  • Drei Straßenbahnlinien und 13 Buslinien werden beschleunigt. So wird die Betriebsqualität erhöht und die Fahrzeiten können um bis zu elf Minuten verkürzt werden.
  • Die U-Bahnlinie U5, die sich im Europaviertel im Bau befindet, wird mit zwei oberirdischen Stationen bis zum Römerhof verlängert.
  • Mit dem Metrobus-Netz wird auf den Bus-Hauptachsen ein neues Produkt eingeführt, das sich durch sein „Taktversprechen“ und ein 24/7-Angebot auszeichnet. Die Stufe 1 (Linien M32, M34, M36, M43, M55, M60 und M72/73) soll bereits im Dezember 2020 eingeführt werden.
  • Mit der schrittweisen Einführung der Stufe 2 des Metrobus-Netzes, das die Linien M39, M51 und M64 umfasst, werden weitere Hauptsachsen profiliert.
  • Bei den Linien 25, 42 und 69 wird der Linienweg zur Erschließung von Neubaugebieten angepasst oder erweitert.
  • Das Straßenbahnnetz wird neu an den Interessen der Fahrgäste ausgerichtet und orientiert sich so weit wie möglich am Bestandsnetz. Der Fahrplan wird konsequent auf einen 10-Minuten-Takt als Grundraster umgestellt, vorhandene Betriebsstrecken sollen reaktiviert werden. Durch den Einsatz von Langzügen auf den besonders nachfragestarken Linien wird das Platzangebot ausgeweitet.

Über den konkreten Planungshorizont hinaus weisen die Perspektivnetze U-Bahn und Straßenbahn. Dort sind zum Beispiel der Netzschluss Ginnheim, eine U-Bahn-Anbindung nach Seckbach, die Ringstraßenbahn oder die Straßenbahnverlängerung nach Bad Vilbel enthalten.

Infrastruktur und Fahrzeuge: Mehr Qualität schaffen

Bei der Infrastruktur legt der NVP 2025+ den Schwerpunkt auf eine ganzheitliche Konzeption der ÖPNV-Beschleunigung: Möglichst kurze Aufenthalte an den Haltestellen, geringer Zeitverlust beim Passieren von Verkehrsknotenpunkten und eine störungsfreie Fahrt sind das Ziel. Damit sollen Attraktivität, Fahrkomfort und Reisezeiten spürbar verbessert werden.

Der Fahrzeugpark des Frankfurter Nahverkehrs ist bereits ausgesprochen modern. Den Fokus legt der NVP 2025+ daher auf die bereits eingeleitete Umstellung der Busflotte auf emissionsfreie Fahrzeuge.

Barrierefreiheit mit eigenem Stellenwert

Ein eigenes Kapitel widmet der NVP 2025+ der Barrierefreiheit. Es beschreibt das Ziel, in einem kontinuierlichen Umbau- und Modernisierungsprozess durchgängig barrierefreie Mobilitäts- und Informationsketten zu erreichen. Das politische Ziel, bis 2022 die vollständige Barrierefreiheit zu erreichen, kann die Stadt jedoch aufgrund der Haushaltslage und der verfügbaren Ressourcen nicht ohne im Nahverkehrsplan definierte Ausnahmen erreichen.

Dritter NVP seit dem Jahr 1997

Die Stadt Frankfurt am Main hatte erstmals im Jahr 1997 einen Nahverkehrsplan verabschiedet. Eine erste Fortschreibung erfolgte im Jahre 2005. Die damals im NVP identifizierten Mängel, bei denen es sich vor allem um Bedienungslücken und Taktmängel handelte, sind längst beseitigt.

Inzwischen haben sich die Anforderungen an den NVP deutlich verändert. Die dynamische Entwicklung der Stadt, neue gesetzliche Anforderungen besonders für die Barrierefreiheit und die zunehmende Bedeutung von Themen wie Mobilitätsmanagement, Luftreinhaltung, Klimaschutz, Betriebsqualität, Fahrgastinformation und ÖPNV-Beschleunigung sich daher Stichworte, die das neue Werk prägen.