Bald mehr als ein Viertel der Busse in Frankfurt lokal emissionsfrei unterwegs – messbare Klimawirkung für die Stadt
Der Ausbau der Busflotte in Frankfurt schreitet voran. Bis zum Ende des Jahres 2026 wird mehr als ein Viertel der Busse auf Frankfurter Straßen mit alternativen Antrieben unterwegs sein – darunter etwas mehr als zwei Drittel batterieelektrische Busse und ein Drittel Wasserstoffbusse. Bei einer Gesamtflotte von rund 435 Fahrzeugen zählt Frankfurt damit zu den größeren Elektrobusflotten in Deutschland. Darauf weist die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ hin.
Dargestellt hat traffiQ diese Zahlen in ihrem ersten Nachhaltigkeitsbericht. Für das Geschäftsjahr 2025 legt das Unternehmen erstmals systematisch dar, wie es seinen öffentlichen Auftrag in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung wahrnimmt – und macht Fortschritte sowie Handlungsbedarfe transparent.
Ziel: Bis 2033 komplette Busflotte auf alternative Antriebe umstellen
„Für uns ist Nachhaltigkeit kein Zusatz zum eigentlichen Auftrag, sondern ein wesentlicher Teil davon", erklärt Prof. Dr.-Ing. Tom Reinhold, Geschäftsführer von traffiQ. „Mit diesem ersten Nachhaltigkeitsbericht machen wir sichtbar, wie traffiQ diese Verantwortung wahrnimmt – umfassend, systematisch und mit dem klaren Willen, uns Jahr für Jahr weiterzuentwickeln."
Die Elektrifizierung der Linienbusse konzentriert sich aktuell vor allem auf die Innenstadt, um Abgas- und Lärmemissionen in diesem besonders belasteten Bereich spürbar zu reduzieren. In Zukunft soll die Frankfurter Elektrobusflotte weiterwachsen. Ziel ist die vollständige Umstellung der Flotte auf alternative Antriebe bis zum Jahr 2033. „Jeder neu in die Flotte hinzukommende Elektrobus stabilisiert auch die Qualität des Angebots für die Fahrgäste, die mit den aktuellen Ausfällen nicht auf dem von traffiQ angestrebten Niveau liegt“, sagt Reinhold. „Um die Flottenumstellung zu ermöglichen, wird vor allem der Ausbau von Ladeinfrastruktur entscheidend sein.“ Angesichts des hohen Anteils von Emissionen aus Fahrleistungen an den Gesamtemissionen von traffiQ, liege hier auch das größte Potenzial für CO₂-Einsparungen.
Erste vollständige CO₂-Bilanz schafft Transparenz
Kernstück des Berichts ist eine vollständige Treibhausgasbilanz über die von traffiQ verursachten Emissionen nach dem international anerkannten Greenhouse-Gas-Protokoll. Die indirekt von traffiQ verursachten Emissionen machen mit etwas über 20.500 Tonnen CO2 ungefähr 99 Prozent der Gesamtemissionen aus. „Etwa 96 Prozent davon entfallen auf Emissionen aus dem Betrieb von Bussen durch die von traffiQ beauftragten Unternehmen“, erklärt Reinhold. U-Bahnen und Straßenbahnen sind bereits mit Ökostrom lokal emissionsfrei unterwegs.
170,5 Tonnen CO2 emittierte traffiQ im Jahr 2025 am eigenen Standort in der Stiftstraße. Die Treibhausgasbilanz bildet die Grundlage für einen verbindlichen Klimaschutzpfad, den traffiQ ab 2027 umsetzen will – ausgerichtet am städtischen Ziel der Klimaneutralität bis 2035.
Mitfahrplattform und Mobilitätsstationen ergänzen das Angebot
Darüber hinaus dokumentiert der Bericht weitere Maßnahmen für eine vernetzte Mobilität: Über die von traffiQ initiierte digitale, betriebliche Mitfahrplattform, an der Partner wie die Fraport AG und das Siemens Schaltanlagenwerk Frankfurt beteiligt sind, wurden im Jahr 2025 rund 21.500 Mitfahrten vermittelt – mit einer rechnerischen CO₂-Einsparung von rund 95 Tonnen. traffiQ treibt zudem den Ausbau von Stellflächen für E-Scooter voran. Derzeit gibt es schon gut 250 Abstellmöglichkeiten für E-Scooter im wachsenden Netz der Frankfurter Mobilitätsstationen. Durch das Angebot soll die Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsmittel verbessert und attraktive Alternativen zu Fahrten mit dem Pkw geschaffen werden.
Positiv zu erwähnen ist auch der nicht in Zahlen messbare Einfluss von traffiQ auf die Wertschöpfungskette im Frankfurter Nahverkehr: Durch bestehende Verträge – konkret: dem öffentlichen Dienstleistungsauftrag des städtischen Schienenverkehrs, dem infrastrukturellen Dienstleistungsauftrag sowie den Beauftragungen der Busunternehmen – wirkt die Nahverkehrsgesellschaft positiv auf die Arbeitsbedingungen von Beschäftigten im ÖPNV ein. Soziale Mindeststandards wie angemessene Löhne, Schutz vor Diskriminierung oder Vorgaben zu fairen Beschäftigungspraktiken werden von traffiQ in den Vertragswerken verankert.
Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 ist auf der Website von traffiQ unter https://www.traffiq.de/traffiq/medien/veroeffentlichungen/nachhaltigkeitsbericht-2025.html abrufbar.
Über traffiQ:
traffiQ GmbH ist die städtische Nahverkehrsgesellschaft der Stadt Frankfurt am Main. Als zentrale Gestalterin des Frankfurter U-Bahn-, Straßenbahn- und Busverkehrs entwickelt traffiQ das Mobilitätsangebot der Stadt kontinuierlich weiter. Im Jahr 2025 nutzten rund 231,9 Millionen Fahrgäste den von traffiQ organisierten Nahverkehr.
Fotohinweis:
Ein Wasserstoffbus auf der Linie 64 am Westhafen vor dem ehemaligen Druckwasserwerk. Bildquelle: traffiQ Frankfurt am Main/Helmut Vogler




