Die Qualität im städtischen Busverkehr stabilisiert sich. Das ist bei der Vergabe des Frankfurter Buspreises 2026 deutlich geworden. Als Gesamtsieger für die Leistungen im vorigen Jahr zeichnete die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ erneut die Transdev Rhein-Main GmbH aus. Den Buspreis überreichte traffiQ am Freitag, 20. März, bei einer Feierstunde im Historischen Museum.
Dabei ist die Situation für die von traffiQ beauftragten Busunternehmen aktuell nicht immer einfach: Störungen auf den Straßen durch viele Baustellen, Personalmangel sowie Probleme von Fahrzeugherstellern haben immer wieder Folgen für den Betrieb, was auch die Fahrgäste spüren – unter anderem durch den zum Teil noch immer notwendigen Stabilisierungsfahrplan. „Mit dem Frankfurter Buspreis möchten wir die vielfach guten Leistungen in den Fokus der Öffentlichkeit rücken, die unsere Verkehrsunternehmen trotz des herausfordernden Umfelds erbringen“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Tom Reinhold, Geschäftsführer der städtischen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ. „Mit dem Buspreis spornen wir zugleich die Unternehmen an, noch besser zu werden.“
Dass dieser Ansporn seit der ersten Preisvergabe im vorigen Jahr wirkt, zeigt sich beim Buspreis 2026. So haben nahezu alle Unternehmen ihre Leistungen stabilisieren können, in einigen Kategorien sogar deutlich verbessert. Um den Sieger zu ermitteln, hat traffiQ einen kritischen Blick auf die Leistungen der von ihr beauftragten Busverkehrsunternehmen im vergangenen Jahr geworfen. Das Ergebnis war ein Ranking in mehreren Kategorien, für die nun Auszeichnungen verliehen werden sollten. „Als Regieunternehmen für den städtischen Nahverkehr und Besteller der Verkehrsleistungen hat die Qualität des Nahverkehrs für uns einen sehr hohen Stellenwert“, betont Tom Reinhold.
Weniger Ausfälle, steigende Pünktlichkeit
Den ersten Preis für die geringste Anzahl an Ausfällen erhielt die Transdev Rhein-Main GmbH. Es gab lediglich 0,9 Meldungen von Ausfällen pro 10.000 Buskilometern. Dieser Preis war im Vorjahr aufgrund hoher Ausfallzahlen nicht vergeben worden.
Verteidigen konnte Transdev ihren Titel für die beste Pünktlichkeit. Ihr Anteil pünktlicher Fahrten lag bei 83,4 Prozent. Die städtische In-der-City-Bus GmbH (ICB) reduzierte jedoch ihren Rückstand und kam auf 81,0 Prozent. Damit übertrafen Transdev und ICB den im Nahverkehrsplan formulierten Anspruch, dass 80 Prozent aller Fahrten pünktlich sein sollen. Als pünktlich gelten Fahrten, die weniger als eine Minute verfrüht und unter drei Minuten verspätet sind.
Fahrgäste bewerten Freundlichkeit und Sauberkeit als gut
In der Kategorie Freundlichkeit des Fahrpersonals teilen sich ICB und Transdev den ersten Preis. Grundlage war hier die subjektive Bewertung der Fahrgäste in den regelmäßigen Qualitätsbefragungen von traffiQ. Bei der Bewertung der Sauberkeit lagen beide Unternehmen gleich auf bei einem Wert von 2,0 auf der Fünferskala (1 = sehr zufrieden, 5 = sehr unzufrieden). Im Vorjahr lagen beide Unternehmen ebenfalls gleich auf bei 1,9.
In Sachen Sauberkeit der Fahrzeuge setzte sich die ICB durch und errang den ersten Preis. Sie erzielte eine unveränderte Fahrgastbewertung der Note 2,2.
DB Regio Bus Mitte entwickelt sich bei Qualität am besten
Die DB Regio Bus Mitte GmbH errang den ersten Preis in der Kategorie Entwicklung. Damit wird die größte Verbesserung in allen Qualitätskriterien ausgezeichnet. Im Vorjahr hatte traffiQ in dieser Kategorie keinen Preis vergeben können, da sich alle Unternehmen gegenüber dem Vorjahr verschlechtert hatten. „Hier zeigt sich, dass der Buspreis wirkt und motiviert“, freut sich Tom Reinhold.
Für die gute Zusammenarbeit zeichnete traffiQ wie im Vorjahr die DB Regio Bus Mitte aus. Eine Jury hatte Aspekte wie Kooperationsbereitschaft, Konstruktivität, Kommunikation, Bearbeitung von Kundenanliegen und Verlässlichkeit bewertet. Die Jury setzte sich aus traffiQ-Mitarbeitenden zusammen, die regelmäßig mit den Verkehrsunternehmen im Austausch stehen.
Transdev Rhein-Main verteidigt Gesamtsieg
Als Gesamtsieger des Frankfurter Buspreises errang Transdev Rhein-Main zum zweiten Mal den ersten Platz. „Absolut verdient“, findet Tom Reinhold. „Transdev hat sich nicht auf den Lorbeeren des Vorjahres ausgeruht, sondern die Leistung noch weiter verbessert.“ Transdev liegt in der Hälfte der vergebenen ersten Preise auf dem ersten Platz: bei Pünktlichkeit, Freundlichkeit und Verlässlichkeit.
Urberacher Omnibusbetrieb setzt Standards
Mit dem Preis als bester Kleinbusbetreiber wurde der Urberacher Omnibusbetrieb ausgezeichnet. Er betreibt drei Kleinbuslinien in Oberrad und Zeilsheim zuverlässig und mit einem Höchstmaß an Qualität. „Der Betrieb der drei Kleinbuslinien ist nicht ganz vergleichbar mit dem der Großbündel der anderen Unternehmen“, erläutert Tom Reinhold. „Mit seiner hohen Qualität setzt der Urberacher Omnibusbetrieb Standards, was eines Preises ebenfalls würdig ist.“
Auszeichnung und Ansporn
traffiQ verleiht den Frankfurter Buspreis zum zweiten Mal. Er wird alljährlich in sechs Kategorien vergeben: Pünktlichkeit (gemessen: Anteil pünktlicher Fahrten), Verlässlichkeit (gemessen: Zahl der Ausfallmeldungen), Sauberkeit (Bewertung durch die Fahrgäste), Freundlichkeit (Bewertung durch die Fahrgäste), Entwicklung (Veränderung zum Vorjahr bei den vorhergehenden Kategorien), Zusammenarbeit (Bewertung durch traffiQ-interne Jury).
Neben einer Stärkung des positiven Bildes des Frankfurter Nahverkehrs und des Ansporns zu besserer Leistung durch die Verkehrsunternehmen schafft der Preis auch Transparenz in Sachen Qualität. „Frankfurt hat heute schon einen herausragend guten Nahverkehr,“ erklärt Tom Reinhold. „Wir wollen aber den Anteil des ÖPNV am Modal Split weiter stark erhöhen. Um mehr Menschen als Fahrgäste zu gewinnen, ist ein gutes Angebot ebenso notwendig wie hohe Qualität. Daran arbeiten wir gemeinsam mit unseren Verkehrsunternehmen und lassen uns auch an den eigenen Ansprüchen messen.“
Fotohinweis: traffiQ-Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Tom Reinhold (2.v.l.) mit Vertretern der ausgezeichneten Busunternehmen. Über die Auszeichnungen freuten sich (von links) Christina Fanega Torra (ICB), Jorge Dos Santos Bastos (ICB), Jose-Luis Lombardi (Geschäftsführer Transdev), Claudia Wolf (Geschäftsführerin Transdev), Sarah Fretter (Geschäftsführerin Transdev), Emil Lang (Geschäftsführer Urberacher Omnibusbetrieb), Jan Häußler (DB Regio Bus Mitte) Guido Verhoefen (Geschäftsführer DB Regio Bus Mitte). Copyright traffiQ Frankfurt am Main, Stefan Krutsch. Nutzung für journalistische Zwecke honorarfrei gestattet.
Über die Unternehmen
traffiQ Frankfurt am Main
traffiQ verantwortet für die Stadt Frankfurt am Main den lokalen öffentlichen Personenverkehr, der in ihrem Auftrag von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) und mehreren Busunternehmen durchgeführt wird. Zu den Aufgaben, die traffiQ wahrnimmt, gehören Verkehrsplanung, Erstellen des Fahrplans, Finanzierung des Nahverkehrs, Beauftragen von Verkehrsleistungen durch Direktvergaben und Ausschreibungen, Forschung und Innovation, Fahrgastinformation, Marketing und Kundenbetreuung.
DB Regio Busverkehr Mitte GmbH
Das Busverkehrsunternehmen der Deutschen Bahn betreibt seit 2022 das Linienbündel B, für das es sich in einer europaweiten wettbewerblichen Ausschreibung qualifiziert hatte. Das Einsatzgebiet liegt hauptsächlich in den westlichen Stadtteilen mit dem Mittelpunkt Höchst.
In-der-City-Bus GmbH
Die In-der-City-Bus GmbH ist neben der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, die U-Bahnen und Straßenbahnen betreibt, das zweite städtische Verkehrsunternehmen. Sie gehört zur Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH. In Direktvergaben wurde sie mit dem Betrieb der Linienbündel C (seit 2020), D (seit 2021) und E (seit 2024) beauftragt. Die Verkehrsgebiete liegen innenstadtnah, südmainisch und im Frankfurter Osten.
Transdev Rhein-Main GmbH
Als Teil der internationalen Transdev-Gruppe betreibt das Unternehmen seit 2020 die Frankfurter Linienbündel A und G. Den Zuschlag hierfür erhielt sie bei einer europaweiten wettbewerblichen Ausschreibung. Die Linien liegen zumeist im Frankfurter Norden und Nordwesten.
Urberacher Omnibusbetrieb Emil H. Lang GmbH
Das Familienunternehmen mit Sitz in Rödermark betreibt seit 2018 die drei Kleinbuslinien 57 in Zeilsheim sowie 81 und 82 in Oberrad.



