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Gemeinsame Presse-Information von Stadt Frankfurt am Main, traffiQ und VGF

11.12.11

Frankfurts Straßenbahn-Netz wächst – Die neue Linie 18 verbindet den Frankfurter Bogen mit der Innenstadt und Sachsenhausen

Nach etwas mehr als zweieinhalb Jahren Bauzeit war es am Sonntag soweit: Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 eröffnete Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth am Befehlsgeber einer Straßenbahn der VGF mit einer Sonderfahrt die Neubaustrecke der Linie 18. Schon gegen 4 Uhr 30 hatte der erste Linienzug die 3,5 Kilometer lange Strecke befahren und interessierte Fahrgäste mitgenommen – zum „Nulltarif“, denn Fahrten auf der „18“ waren am Sonntag kostenlos.
„Es war eine große Herausforderung, mitten in Frankfurt und auf einer der wichtigsten Ein- und Ausfallstraßen eine Straßenbahn zu bauen. Dafür werden Anwohner und Fahrgäste jetzt mit einer neuen Linie belohnt, mit der wir die Lebensqualität in den angrenzenden Stadtteilen deutlich steigern“, stellte die Oberbürgermeisterin beim Eröffnungsfest auf dem Gravensteiner-Platz fest, in dessen Rahmen Regierungspräsident Johannes Baron der Stadt und der VGF auch die Genehmigungsurkunde überreichte.
Frankfurt, so Roth weiter, wachse stetig und öffentliche Mobilität sei dabei ein wichtiger Standortfaktor: „Die Stadt muss diese Entwicklung mit einer vernünftigen und vorausschauenden Verkehrspolitik in die richtige Richtung lenken. Der Neubau einer attraktiven Straßenbahn ist ein starker Ausdruck dieser nachhaltigen Politik in Frankfurt.“
Verkehrsdezernent Stefan Majer ergänzte: „Die Stadt hat frühzeitig die Weichen für ein gutes Nahverkehrsangebot in den ‚Bogen‘ gestellt. Heute erhalten die Bewohnerinnen und Bewohner der neuen Stadtquartiere eine Direktverbindung in die Frankfurter Innenstadt. Der Frankfurter Bogen ist damit nur noch knappe 20 umsteigefreie Minuten von der City entfernt.“

Herausforderung: Bauen in der Stadt

Bis es soweit war, wurden entlang der Friedberger Landstraße und in Preungesheim aber Massen bewegt: 36.000 Tonnen Schotter, 13.000 Tonnen Asphalt, fast 17 Kilometer Fahrdraht und Tragseile mit einem Gewicht von zusammen nahezu 20 Tonnen – das sind nur einige Zahlen, die deutlich machen, dass der Bau dieser Straßenbahn-Linie etwas Außergewöhnliches war. Seit März 2009 hat die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) an der Trasse gearbeitet, die an der Kreuzung Rohrbachstraße / Glauburgstraße / Friedberger Landstraße vom bestehenden Straßenbahnnetz nach Norden abzweigt, in der Mitte der Friedberger Landstraße verläuft, die Warte „rechts liegen“ lässt, vor der Autobahn A661 nach Westen abzweigt und an der Haltestelle „Gravensteiner-Platz“, im Neubaugebiet Frankfurter Bogen, endet.
Acht neue Haltestellen hat die VGF gebaut, von Norden nach Süden „Gravensteiner-Platz“, „Alkmenestraße“, „Walter-Kolb-Siedlung“, „Bodenweg“, „Friedberger Warte“, „Wasserpark“, „Münzenberger Straße“ und „Nibelungenplatz / FH“. Die letzten fünf sind Gemeinschafts-Haltestellen mit den Bus-Linien 30 oder 34, denn die Tram teilt sich die neue Strecke bis zur A661 mit ihnen. Auf diese Weise sind beide öffentlichen Verkehrsmittel auf einer eigenen Trasse unterwegs. An der Kopfseite der End-Haltestelle „Gravensteiner-Platz“ werden künftig die Busse der Linie 63 halten und das Umsteigen einfach machen. Alle Haltestellen wurden barrierefrei und mobilitätsgerecht ausgebaut, die rund 30 Zentimeter hohen Bahnsteige passen zu den Niederflur-Bahnen und -Bussen, so dass ein stufenfreier Ein- und Ausstieg möglich ist.
Zur attraktiven Haltestellen-Ausstattung gehören außerdem moderne und transparente Wartehallen, ausreichend Sitzgelegenheiten, zwei Fahrschein-Automaten an jeder Station, Geräte der „Dynamischen Fahrgast-Information“ (DFI), die in Echtzeit über die nächsten Fahrten Auskunft geben, sowie ein ausgeklügeltes Blindenleitsystem mit taktilen Bodenplatten auf den Bahnsteigen und – auf Knopfdruck – akustischer DFI.
„Die Linie 18 war eine der größten und längsten innerstädtischen Baustellen Deutschlands“, zog Michael Budig, Geschäftsführer der VGF, am Sonntag ein Fazit. „Ein solcher Bau in einer gewachsenen Stadt, unter rollendem Verkehr und Zeitdruck – das war eine der größten Herausforderungen, denen sich die VGF in den vergangenen Jahrzehnten gestellt hat.“ Budig erinnerte daran, dass diese Aufgabe innerhalb der vorgegebenen Zeit gemeistert werden konnte: „Wir haben die Eröffnung zum 11. Dezember zugesagt und wir haben trotz gelegentlich in der Öffentlichkeit aufgekommener Zweifel unser Wort gehalten.“

50 Firmen auf Deutschlands längster Baustelle

Mehr als 50 verschiedene Firmen haben seit Baubeginn im März 2009 an der neuen Linie an unterschiedlichen Gewerken gearbeitet. Lange bevor die ersten Gleise gelegt werden konnten, wurde die spätere Tram- und Bus-Trasse frei geräumt. So mussten zu Beginn Kanäle und Leitungen für Strom, Gas, Wasser, Fernwärme und Telekommunikation aus der Mitte an die Seiten der Friedberger Landstraße verlegt werden. Mehr als 1,88 Kilometer Kanäle wurden in diesem Zug neu gebaut, unter der Kreuzung der „Friedberger“ mit dem Alleenring in bergmännischer Bauweise, also einem Vortrieb bis zu fünf Meter unter Tage. 48 Entwässerungsschächte wurden angelegt und 55 Hausanschlüsse neu gebaut. „Die Anwohner der Friedberger Landstraße haben so eine komplett neue Infrastruktur in die Straße bekommen“, fasst Verkehrsdezernent Stefan Majer diesen wichtigen Nebenaspekt des Straßenbahn-Baus zusammen.
In diese vorbereitenden Arbeiten flossen auch ein Großteil der Baukosten und die meiste Arbeitszeit. Sie sind, so Michael Budig, im Interesse der Stadt, der VGF und der verschiedenen Versorgungs-Unternehmen, denn so werde gewährleistet, dass die Versorger jederzeit an ihren Leitungen oder Kanälen arbeiten können, ohne gleichzeitig den Straßenbahn-Betrieb lahm zu legen oder umgekehrt von ihm behindert zu werden. „Die eigentlichen Arbeiten an der Strecke, die dann folgten, also Gleis-, Oberleitungs-, Signal- und Haltestellenbau, haben wir in einem guten halben Jahr mit rasantem Baufortschritt erledigen können“, sagte Budig mit großem Dank an alle beteiligten Firmen und Arbeiter.

13.000 Fahrgäste

Auf der nun in Betrieb genommenen Linie sollen – so die Berechnungen – rund 13.000 Fahrgäste jeden Tag mitfahren. Dr. Hans-Jörg von Berlepsch, Geschäftsführer der städtischen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ, hob die Zahl der Neukunden aufgrund des guten Angebots hervor: „Über 3.000 Menschen, die bislang nicht mit Bus und Bahn fuhren, werden aufgrund der Tram 18 auf den Nahverkehr umsteigen – viele werden das Auto stehen lassen. Das entlastet die Straßen und die Umwelt“.

In 19 Minuten direkt auf die Zeil

Mit der Straßenbahn-Linie 18 fährt man vom Gravensteiner-Platz ohne Umsteigen direkt bis zur Konstablerwache und zur Zeil. Ihren Endpunkt wird die Linie 18 auf der anderen Seite des Mains haben, wo am Lokalbahnhof am Sonntag die umgebaute Haltestelle erstmals angefahren wurde. Damit entstehen neue Direktverbindungen etwa von der Konstablerwache zum Hospital zum Heiligen Geist, dem Literaturhaus oder dem Frankensteiner Platz mit dem angrenzenden Alt-Sachsenhausen und der Jugendherberge.

Dichter Takt von vier bis eins

Die neue Straßenbahn-Linie verkehrt montags bis freitags morgens ab etwa 4 Uhr. Am Wochenende nimmt sie den Betrieb ein wenig später auf. Gegen 1 Uhr 15 fährt dann an allen Wochentagen die letzte Bahn ins Depot. Der Zehn-Minuten-Takt beginnt montags bis freitags noch vor 6 Uhr morgens und endet an allen Wochentagen abends zwischen 20 und 21 Uhr. Samstags wird dieser dichte Takt ab etwa 8 Uhr, sonntags ab 12 Uhr 30 Uhr geboten.
An Samstagen wird die Linie 18 zwischen 8 Uhr 30 und 22 Uhr halbstündlich vom Lokalbahnhof über Oberrad bis zur Stadtgrenze Offenbach verkehren. Damit entspricht traffiQ dem Wunsch der Oberräder, besonders für den Einkaufsverkehr am Samstag eine direkte Verbindung zur Zeil mit den dortigen Geschäften und dem Erzeugermarkt zu erhalten.

In 19 Minuten vom „Bogen“ auf die Zeil

Für die Fahrt vom Gravensteiner-Platz bis zur Konstablerwache benötigt die neue Straßenbahn 19 Minuten, von der Friedberger Warte aus ist man in 13 Minuten auf der Zeil. Bis zum Lokalbahnhof ist die neue Linie 29 Minuten unterwegs. Dabei legt sie insgesamt 6,6 Kilometer – davon die genannten 3,5 Kilometer auf der Neubaustrecke – zurück. Die Stadtgrenze Offenbach wird samstags nach einer 44-minütigen Fahrt und 10,7 Kilometern erreicht. Die neue Tram bedient 16 Haltestellen, samstags kommen südöstlich des Lokalbahnhofs neun weitere hinzu. Die Oberräder erreichen die Konstablerwache samstags zukünftig in 17 Minuten.
Im Zuge der Bauentwicklung war der Frankfurter Bogen auch bisher schon gut mit den Nahverkehr zu erreichen: Seit 2002 verbindet traffiQ das Baugebiet durch die Bus-Linie 63 mit der U-Bahn-Station „Preungesheim“, von der aus im dichten Takt in etwa 20 Minuten die Innenstadt oder der Hauptbahnhof zu erreichen sind. Sie wird weiterhin die Verbindung vom Gravensteiner-Platz zur U5 herstellen.

Zahlen zur Strecke:

  • Baubeginn: März 2009

  • Inbetriebnahme: 11. Dezember 2011

  • Länge der Neubaustrecke: 3,5 km

  • Davon 1,4 km Rasengleis

  • Barrierefreie und behindertengerechte Haltestellen: 6 für Straßenbahn und Bus („Nibelungenplatz / FH“, „Münzenberger Straße“, „Wasserpark“, „Friedberger Warte“, „Bodenweg“, „Gravensteiner-Platz“); 2 für Straßenbahn („Walter-Kolb-Siedlung“, „Alkmenestraße“)

  • Haltestellenabstände: 325 bis 620 m

Zahlen zur Linie:

  • Linienverlauf: Gravensteiner-Platz – Lokalbahnhof (Sa. bis Offenbach Stadtgrenze

  • Linienlänge: 6,6 km (Sa. 10,7 km)

  • Haltestellen: 16 (Sa. 25)

  • erwartete Fahrgäste pro Tag: 13.000

  • davon Neukunden: 3.000

  • Fahrzeit Gravensteiner-Platz – Lokalbahnhof: 29 Min.

  • Fahrzeit Gravensteiner-Platz – Konstablerwache: 19 Min.

  • Fahrzeit Gravensteiner-Platz – Offenbach Stadtgrenze: 44 Min.

  • Betriebszeiten: Mo. – Fr. 3 Uhr 57 – 1 Uhr 15; Sa./So. 4 Uhr 19 – 1 Uhr 15


Zahlen zum Bau:

  • ca.110.000 m² auf Kampfmittel überprüfte Fläche

  • 180 Neuanpflanzungen von Straßenbäumen

  • 125 Neuanpflanzungen von Obstbäumen

  • 430 Neuflanzungen von Kletterpflanzen

  • 4.000 Neuanpflanzungen von Sträuchern

  • 30.000 to Schotter als Straßenunterbau

  • 6.000 to Schotter als Unterbau im Gleisbereich

  • 900 to Schienen

  • 8.800 to Beton im Gleisbereich

  • 3.000 to Asphalt im Gleisbereich

  • 10.000 to Asphalt im Straßenbereich

  • 1.880 m Kanalneubau incl. 55 Hausanschlüsse und 48 Entwässerungsschächte. Tiefenlage ca. 5,00 m

  • 196 Fahrleitungsmaste

  • 8.500 m Fahrdraht, ca. 9.000 kg

  • 8.300 m Tragseil, ca. 11.800 kg


 

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